Körting und Hardy

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Kalle_W
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Körting und Hardy

Beitrag von Kalle_W » Di 31. Okt 2017, 19:02

Wer kann mir mal den Unterschied zwischen den beiden Bauformen erklären?
Ich weiß schon soviel, dass die Bauform des Bremszylinders sich unterscheidet. Ich nehme an, dass das auch bei den Luftsaugern der Fall ist. Aber sonst?

Christian
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Re: Körting und Hardy

Beitrag von Christian » Di 31. Okt 2017, 19:02

Moin Kalle,

Grundsätzlich arbeiten beide Bremsen als selbsttätige Vakuumbremsen mit einem Unterdruck von 52 cm Quecksilbersäule und sind daher miteinander kombinierbar. Der offensichtliche Unterschied besteht in der Bauart der Bremszylinder. Während Körting recht robuste feststehende Bremszylinder mit Ledermanschettenabdichtung an den Kolben verwendet hat Hardy oszillierende Bremszylinder deren Kolben mit einem Gummi-Rollring abgedichtet sind.

Wenn Du etwas tiefer einsteigen möchtest habe ich hier die Körting-Bedienungsanleitung, die auch heute noch für die DEV-Fahrzeuge gültig ist: Körting Betriebsanweisung

Hardy-Bremsen wurden in Österreich häufig verwendet, daher hierzu eine Übersicht der dort gebräuchlichen Bremsen, die Hardy-Bremse wird hier als automatische Bremse bezeichnet:

Technische Mitteilungen

Handhabung und Instandhaltung Vakuumbremsen

Die Dateien sind etwas größer, obwohl ich schon auf die für den DEV relevanten Teile und Zeichnungen gekürzt habe
_______________
Viele Grüße,
Christian

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FabianS
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Re: Körting und Hardy

Beitrag von FabianS » Di 31. Okt 2017, 19:03

Für solche die sich mit der Druckeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) nicht so auskennen und den Druck lieber in bar haben wollen, habe ich mal kurz die Umrechnung aus Wikipedia kopiert, da ich selber auch gerade das große aufblasbare Fragezeichen über mir schweben hatte ;-)

1 mmHg
= 0,0136 mWS
≈ 13,6 mmWS = 133,322 Pa
= 1,33322 mbar

Also entsprechen 52cmHg
=693,27mbar
=0,693bar
mit dem Unsere Saugluftbremse arbeitet

Kalle_W
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Re: Körting und Hardy

Beitrag von Kalle_W » Di 31. Okt 2017, 19:03

Dankeschön für das ausführliche Material, das werde ich einmal durcharbeiten, und wenn dann noch Fragen sind...

Gut, die Bremszylinder habe ich beide schon mal von innen gesehen, das war mir klar. Dass aber beide mit dem gleichen Druckverhältnis arbeiten, noch nicht. Theoretisch müssten also Wagen mit unterschiedlichen Bremszylinder auch so miteinander im Zug laufen können, ohne dass an der Übersetzung des Gestänges etwa verändert wird. Oder?

Es wäre dann eigentlich sinnvoller, von einer selbsttätigen Zweikammer-Vakuumbremse mit Bremszylinder Bauart Xy zu sprechen, als von einer xy-Bremse, weil unter beiden Namen ja auch andere Bremssysteme, z. b. nichtselbsttätige Einkammersysteme gebaut wurden.

Kalle W.

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