Wo war das???

Beiträge zur Geschichte von Klein- oder Privatbahnen
Manu
Beiträge: 14
Registriert: Mo 12. Mai 2008, 22:20

Wo war das???

Beitrag von Manu »

das 3 Schienengleis ist irgendwo auf der VGH aber wo?
Bild

Bild

in dem einem Bild sind Oberleitungen vielleicht ist das in Syke
MfG Manuel
mario
Beiträge: 58
Registriert: Mi 14. Mai 2008, 22:19

Re: Wo war das???

Beitrag von mario »

Die beiden Bilder können doch nur in Syke aufgenommen worden sein, Oder ?
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Forscher
Beiträge: 120
Registriert: Sa 17. Mai 2008, 15:03

Re: Wo war das???

Beitrag von Forscher »

Stimmt, ist in Syke, dort wo jetzt der Linienbus zum Bf durchfährt
Christian
Beiträge: 233
Registriert: Mi 12. Dez 2007, 22:14

Re: Wo war das???

Beitrag von Christian »

Das ist das Ausziehgleis in Richtung Kirchweyhe, das Gelände ist heute noch (ohne Straße aber mit Bäumen) vorhanden, das Lademaß steht auch noch dort, lediglich die Gleise sind abgebaut. Die Weiche auf dem unteren Bild ist übrigens die heutige Weiche 8 in Bruchhausen-Vilsen.
Viele Grüße,
Christian
mario
Beiträge: 58
Registriert: Mi 14. Mai 2008, 22:19

Re: Wo war das???

Beitrag von mario »

Aha das ist ja Interessant. Was für ein Lademaß ?
Christian
Beiträge: 233
Registriert: Mi 12. Dez 2007, 22:14

Re: Wo war das???

Beitrag von Christian »

Das Lademaß, was auf Deinem unteren Bild zu sehen ist. Heute sieht die gleiche Stelle so aus:

Bild
_______________
Viele Grüße,
Christian
Jens2
Beiträge: 14
Registriert: Do 15. Mai 2008, 08:45

Re: Wo war das???

Beitrag von Jens2 »

... und die Weiche auf dem oberen Bild ist heute die Weiche 6. Sie wieder zu komplettieren und mit neuen Unterlagsplatten auf neuen Holzschwellen zu montieren war, wie sich denken lässt, etwas mehr Arbeit!

Als wir die Weichen Anfang der 90er Jahre aus Syke geholt haben (per VGH-Köf und 2 K-Wagen) gab es einige interessante Vorfälle, die, da glücklicherweise wohl inzwischen verjährt, hier wiedergegeben werden können:

1. Als ich mit Holger am Sonntag vor der geplanten Verladung die Laschen demontieren wollte, kam plötzlich die Polizei ans verwilderte Nordende des Gleisfeldes und wollte unsere Sonntagsarbeitsgenehmigung sehen :mad: . Vielleicht hatte der DB-Fahrdienstleiter sie gerufen, weil er Angst hatte, wir klauen ihm was von seinen Gleisanlagen. Wir mussten halb verrichteter Arbeit abziehen, glücklicherweise ohne weitere Folgen, da wir diese Genehmigung nicht hatten (wer denkt denn auch an so etwas...).

2. Der dann einige Tage später zum Verladen bestellte Autokran war, wie so oft, wegen der unterschätzten erforderlichen Auslage, zu klein. Ein eilig herbeigerufener größerer Kran konnte dann zunächst die Stahlschwellenweiche (jetzige Nr. 8) auf den hinteren K-Wagen verladen. Immer wenn jedoch ein DB-Personenzug aus Gleis 1 in Richtung Bremen ausfuhr, musste der Kran sein Gegengewicht vom Gleis 1 weg schwenken, da es doch in Arbeitsstellung bedenklich nahe an das Gleis ragte und Sicherheit natürlich auch in dieser Situation oberstes Gebot war. Wie durch ein Wunder kam jedoch diesmal glücklicherweise weder die örtliche noch die Bahnpolizei. Vermutlich wirkte das ganze nun mit Arbeitszug und zahlreichen Menschen in Warnkleidung "offiziell' genug, so dass Niemand Zweifel an der vermeintlich ordungsgemäß angemeldeten und gesicherten Baustelle hegte :wink: .

3. Als die Köf die beiden Wagen mit der bereits verladenen Stahlschwellenweiche über die noch davorliegende, jetzige Weiche 6 zog, kam es zu einer Beinahe-Entgleisung: auf den kaum noch vorhandenen Schwellen drückte sich die bogenäußere Schiene in der Weiche soweit nach außen, dass eine der Güterwagenachsen nicht mit dem Spurkranz in die Rille eines im Innenstrang liegenden Radlenkers lief sondern das Rad auf den Radlenker auffuhr und sich der Spurkranz nun zur Gleismitte hin auf der falschen seite des Radlenkers befand - natürlich während neben an der Kran wartete. Dieser konnte den entgleisten Güterwagen aber nicht erreichen. Was tun? - nun, in kleinbahniger Manier improvisieren, was sonst! Wir haben dann den Radlenker etwas vor dem darauf stehenden Rad mit dem Schneidbrenner getrennt und ein ca. 70 cm langes Stück so schräg nach innen verschwenkt und mit einer Winde verkeilt, dass der auf den Irrweg geratene Spurkranz wieder "eingefangen" und in die Radlenkerrille gelenkt wurde und damit der Radsatz den Herzstückbereich ordnungsgemäß durchfahren konnte. Als Schmiermittel zwischen Rad und Radlenker bzw. Schienenoberfläche diente hierbei ein Finger voll Fett von der Köf-Kette und etwas frisch gezupftes Gras :cool: .
Nachdem der Arbeitszug danach die Weiche passiert hat, wurden die Einzelteile umgehend verladen.

4. Bei der anschließenden Überführungsfahrt nach Bruchhausen-Vilsen als LÜ-Sendung, jedoch ohne vorherige Prüfung des Lichtraumprofils (wozu auch, man denkt ja, man kann vor einem eventuellen Hindernis ggf. anhalten...) gab es einen letzten, etwas peinlichen Vorfall: Die Fuhre war bereits an der Kirche an der B6 vorbei, als unbemerkt ein Hindernis den "stärkeren", überragenden Weichenstahlschwellen Weichen musste. Es war ein Metallzaun, jedoch nicht der eines privaten Anwohners, sondern derjenige der örtlichen Polizeiwache :sick: . Nach Aufklärung des Falles durch ein uneingeschränktes Schuldbekenntnis der DEV-Aktiven waren die Beamten, wohl auch etwas schmunzelnd, bereit, die Angelegenheit nach qualifizierter Reparatur des Zauns als aus der Welt geschafft zu betrachten :smile: .

In Bruchhausen-Vilsen wurden die Teile dann abgeladen. Die Stahlschwellenweiche (Schienenform Preussen 8) wurde auf der alten Ladestraße aufgearbeitet und dann während der Sanierung der Gleise im Bf. Bruchhausen-Vilsen eingebaut. Die Weiche Nr. 6 (Preussen 6) folgte dann, wie oben erwähnt, nach umfangreichen Arbeiten einige Jahre später.

Interessant ist dabei noch, dass beide Weichen in den 30er Jahren weitgehend aus altbrauchbaren Teilen nach Preussischer Länderbahn-Norm von der Fa. Schmidt Anschlussgleisbau in Hannover für die HSA gebaut wurden (Anschluss der neuen Rollbockgrube mit Dreischienengleis, damit die HSA keine regelspurige Lokomotive für die Rangierarbeiten anmieten oder beschaffen musste).
Die Weichen sind somit sehr interessante Exponate unseres Kleinbahnmuseums!

Viele Grüße
Jens
harfe
Beiträge: 77
Registriert: Mi 14. Mai 2008, 17:22

Re: Wo war das???

Beitrag von harfe »

Vielen Dank - sehr schön erzählt - man kann förmlich die Räder am Radlenker quietschen hören!
Bjoern
Beiträge: 7
Registriert: Sa 10. Mai 2008, 22:06

Re: Wo war das???

Beitrag von Bjoern »

Hallo zusammen!

@ Christian: Das sind doch die Büsche in der Kurve zwischen Hauptschule und Bahnhof oder?

Viele Grüße,

Björn
Christian
Beiträge: 233
Registriert: Mi 12. Dez 2007, 22:14

Re: Wo war das???

Beitrag von Christian »

Ja ganz genau.

Hier ist noch ein Bild aus besseren Tagen, Anfang der 1960er Jahre aufgenommen. Heute verläuft hier die Strasse und biegt in Höhe der Schmalspurdampflok nach rechts ab. Das Lademaß steht noch ein ganzes Stück weiter hinten.

Bild
Foto: VGH / Archiv Kleinbahnmuseum
Viele Grüße,
Christian
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